Das El Floridita in Havanna ist eine der berühmtesten Bars Kubas. Seit mehr als 200 Jahren werden an der Ecke Calle Obispo und Monserrate Cocktails ausgeschenkt. Berühmt wurde das Lokal durch den Daiquiri, den Barkeeper Constantino Ribalaigua hier verfeinerte, und durch den Stammgast Ernest Hemingway.
Heute ist das Floridita zugleich historische Bar, Restaurant und viel besuchte Sehenswürdigkeit. Ein kurzer Besuch lohnt sich für Cocktailfans und alle, die Hemingways Spuren auf Kuba folgen möchten. Wer vor allem eine ruhige, günstige Bar sucht, findet in Havanna passendere Adressen.
El Floridita auf einen Blick
- Adresse: Calle Obispo 557, Ecke Monserrate, Habana Vieja
- Lage: am westlichen Ende der Fußgängerzone Calle Obispo, nahe Parque Central
- Bekannt für: Daiquiri, Hemingway und das historische rote Interieur
- Zeitbedarf: etwa 30 bis 60 Minuten für einen Drink
- Beste Besuchszeit: möglichst früh am Tag, bevor Gruppen und Livemusik die Bar füllen
- Preisniveau: deutlich höher als in einfachen kubanischen Bars
Öffnungszeiten und Preise können sich in Kuba kurzfristig ändern. Prüfe sie deshalb vor Ort und verlasse dich nicht auf ältere Speisekarten im Internet.
Von der Piña de Plata zum El Floridita
Die Geschichte der Bar beginnt 1817 unter dem Namen Piña de Plata, auf Deutsch Silberne Ananas. Anfang des 20. Jahrhunderts setzte sich der Name El Floridita durch. Das kleine Florida verweist auf die vielen nordamerikanischen Gäste, die damals nach Havanna kamen.
Entscheidend für den Ruf des Hauses war der katalanisch-kubanische Barkeeper Constantino Ribalaigua Vert, den alle nur Constante nannten. Er entwickelte verschiedene Daiquiri-Varianten und machte aus dem einfachen Mixgetränk einen fein abgestimmten, eisgekühlten Cocktail. Das Floridita bezeichnet sich deshalb als „Wiege des Daiquiri“. Erfunden wurde das Grundrezept wahrscheinlich im Osten Kubas, im Floridita wurde es jedoch perfektioniert und international bekannt.
Im Inneren ist viel vom Charakter einer eleganten Bar des frühen 20. Jahrhunderts erhalten. Die lange Theke, rote Polster, dunkles Holz und historische Fotografien schaffen eine Atmosphäre, die sich deutlich von einer modernen Cocktailbar unterscheidet.
Hemingway und das Floridita
Ernest Hemingway lebte von 1939 bis 1960 überwiegend auf Kuba. In seinen ersten Havanna-Jahren wohnte er im Hotel Ambos Mundos an der Calle Obispo. Von dort war es nur ein kurzer Spaziergang zum Floridita. Später lebte er in der Finca Vigía außerhalb des Zentrums, blieb der Bar aber als regelmäßiger Gast verbunden.
An Hemingways Stammplatz am Ende der Theke steht heute eine lebensgroße Bronzestatue des Schriftstellers. Viele Besucher setzen sich für ein Foto daneben. Die Bar pflegt diese Verbindung mit Bildern, Erinnerungsstücken und eigenen Cocktailvarianten.
Der oft zitierte Satz über Hemingways Mojito in der Bodeguita und seinen Daiquiri im Floridita gehört fest zur Havanna-Folklore. Ob die bekannte Formulierung wirklich von Hemingway stammt, ist allerdings nicht zweifelsfrei belegt. Sicher ist, dass er das Floridita häufig besuchte und dort Daiquiris trank.
Mehr über den Schriftsteller und seine Werke findest du im Überblick zur kubanischen Literatur.
Was ist ein Hemingway-Daiquiri?
Ein klassischer Daiquiri besteht aus weißem Rum, Limettensaft und Zucker. Constante servierte ihn im Floridita fein gemixt mit Eis. Hemingway bevorzugte eine trockenere und stärkere Variante ohne Zucker und mit mehr Rum. Daraus entwickelte sich der Papa Doble, benannt nach Hemingways Spitznamen „Papa“.
Heute wird der Hemingway-Daiquiri häufig mit weißem Rum, Limette, Grapefruit und Maraschino-Likör gemixt. Rezept und Name unterscheiden sich je nach Bar. Im Floridita kannst du neben der Hemingway-Variante auch den klassischen Daiquiri bestellen.
Die Grundlage beider Cocktails ist weißer kubanischer Rum. Wenn du nur einen Drink probieren möchtest, ist der klassische Daiquiri meist die ausgewogenere Wahl. Der Papa Doble ist herber und alkoholstärker.
Lohnt sich ein Besuch?
Ja, wenn du Geschichte und Atmosphäre suchst. Das Floridita ist ein greifbares Stück Barkultur. Die historische Einrichtung, der Blick auf die Arbeit hinter der Theke und die Hemingway-Erinnerungen machen das Lokal besonders.
Du solltest jedoch mit diesen Einschränkungen rechnen:
- Die Bar ist fast immer touristisch und zeitweise sehr voll.
- Cocktails und Speisen kosten mehr als in weniger bekannten Lokalen.
- Livemusik sorgt für Stimmung, kann Gespräche aber erschweren.
- Rund um die Hemingway-Statue warten häufig Besucher auf ein Foto.
Für einen ersten Besuch reicht ein Daiquiri an der Bar. Das Restaurant ist keine Voraussetzung, um den Ort zu erleben. Bezahle erst nach einem Blick auf die aktuelle Karte und prüfe die Rechnung, da Preise und akzeptierte Zahlungsarten wechseln können.
Anreise und praktische Tipps
Das Floridita liegt direkt in der Altstadt. Vom Parque Central und vom Capitolio erreichst du es in wenigen Minuten zu Fuß. Vom Plaza de Armas führt die Calle Obispo fast gerade bis zur Bar. So lässt sich der Besuch einfach mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Havanna verbinden.
Diese Tipps erleichtern den Besuch:
- Komm am Vormittag oder frühen Nachmittag, wenn du das Interieur in Ruhe sehen möchtest.
- Frage vor der Bestellung nach dem Preis und den möglichen Zahlungsarten.
- Plane keinen langen Abend fest ein. Bei großem Andrang ist ein kurzer Besuch angenehmer.
- Fotografiere rücksichtsvoll, besonders an der engen Theke.
- Trinke Wasser dazu. Ein Papa Doble enthält mehr Alkohol als ein klassischer Daiquiri.
Einen größeren Überblick zur Altstadt, zum Malecón und zu weiteren Vierteln bietet unser Guide zur Hauptstadt Havanna.
Hemingways Spuren auf Kuba
Das Floridita ist nur eine Station einer kleinen Hemingway-Route rund um Havanna.
Hotel Ambos Mundos
Im Hotel Ambos Mundos wohnte Hemingway in den 1930er-Jahren. Zimmer 511 wird als kleines Museum gezeigt. Das Hotel liegt ebenfalls an der Calle Obispo und lässt sich vor oder nach dem Floridita besuchen.
Finca Vigía
Die Finca Vigía in San Francisco de Paula war Hemingways kubanisches Zuhause. Das Anwesen ist heute ein Museum. Zu sehen sind seine Bücher, persönliche Gegenstände und das Boot Pilar. Besucher betrachten die original eingerichteten Räume in der Regel durch offene Fenster und Türen. Für die Fahrt vom Zentrum solltest du ein Taxi und mehrere Stunden einplanen.
Cojímar
Östlich von Havanna liegt das Fischerdorf Cojímar. Hemingway legte dort mit der Pilar zum Hochseefischen ab. Der Ort und seine Fischer werden eng mit der Entstehung von „Der alte Mann und das Meer“ verbunden. Ein Denkmal am Wasser erinnert an den Schriftsteller.
La Bodeguita del Medio
Die zweite bekannte Hemingway-Bar liegt nahe der Plaza de la Catedral. Sie ist vor allem für Mojitos bekannt. Wie das Floridita ist sie touristisch, laut und geschichtsträchtig. Beide Bars lassen sich bei einem Spaziergang durch Habana Vieja vergleichen.
Häufige Fragen zum El Floridita
Wo liegt das El Floridita?
Das El Floridita liegt in Habana Vieja an der Calle Obispo 557, Ecke Monserrate. Vom Parque Central und vom Capitolio sind es nur wenige Minuten zu Fuß.
Welchen Cocktail sollte man im Floridita bestellen?
Der klassische Daiquiri zeigt am besten, wofür die Bar berühmt ist. Der Papa Doble beziehungsweise Hemingway-Daiquiri ist trockener und stärker. Seine genaue Rezeptur kann variieren.
War Ernest Hemingway wirklich im Floridita?
Ja, Hemingway war regelmäßiger Gast im Floridita. Eine Bronzestatue markiert heute seinen Stammplatz am Ende der Bar. Nicht zweifelsfrei belegt ist dagegen das berühmte Zitat über Mojito und Daiquiri.
Ist das El Floridita teuer?
Für kubanische Verhältnisse ist das Floridita teuer und klar auf Besucher ausgerichtet. Da Preise und Zahlungsarten wechseln, solltest du vor der Bestellung die aktuelle Karte prüfen.



